Was braucht dein Pferd? Und wie werdet ihr wirklich ein Team? Teil 1

Jeder von uns wünscht sich doch ein Pferd als Partner, als Freund. Doch wie wird dein Pferd dein Partner - dein Freund? Wie werdet ihr ein Team? 

 

Diese Frage stellt ihr mir sehr oft - zurecht. Dabei ist es meist gar nicht so schwer, wie ihr glaubt.

 

 

 

Bevor ihr zu einem wirklichen Team werden könnt, müsst ihr wissen, was euer Pferd überhaupt braucht. Ja, was braucht ein Pferd? 

 

Pferde wollen Klarheit. Sie brauchen jemanden, der ihnen Sicherheit gibt und dem sie vertrauen können. Damit dein Pferd diesen Menschen in dir finden kann, musst du unbedingt zuerst verstehen, welch wunderbare und einzigartige Lebewesen sie sind - wie sie gestrickt sind, welche Bedürfnisse sie haben, wie sie miteinander umgehen und kommunizieren. 

Erst dann kannst du durch dein Verhalten und das richtig abgestimmte Training zum "Leittier" deines Pferdes - zum Fels in der Brandung für dein Pferd werden, dem es sich gerne anschließt, dem es gerne und willig bis ans Ende der Welt folgt in dem Wissen, dass du der so sehr benötigte, sichere Zufluchtsort für dein Pferd bist. 

 

Doch wie vermittle ich meinem Pferd "Klarheit", fragt ihr euch jetzt. Anfangs lässt sich nur immer wieder wiederholen: Nimm dir Zeit! Pferde leben im Hier und Jetzt, ihnen fehlt die Vorstellung von Vergangenheit oder Zukunft. Ihnen ist auch der Zeitbegriff völlig fremd. Zeit ist eine von uns Menschen wahrgenommene Veränderung von Ereignissen. Pferde jedoch leben (in freier Wildbahn) in einem Rhythmus, der von den Jahreszeiten und dem Aufgehen und Untergehen der Sonne bestimmt wird. Wir Menschen haben diesen Rhythmus durch die Erfindung des künstlichen Lichtes verlassen.  

Wie oft ist es so, dass wir Menschen unter Zeitdruck zum Stall hechten, schnell das Pferd holen, es putzen und dann einen entspannten Ausritt oder eine schöne Arbeitseinheit in der Halle praktizieren wollen? Genau das sehe ich oft. Doch funktioniert es nicht. 

Für Pferde ist Zeitdruck genau das, was es ist, nämlich Druck. Sie reagieren auf minimalste Körpersignale und spüren zu jeder Zeit unsere innersten Anspannungen. Deshalb noch einmal: Nimm dir Zeit für dein Pferd. Und gleichzeitig wirst du sehen, dass dein Pferd entspannt.  Versuche, im Hier und Jetzt zu sein. Dein Pferd wird es dir danken.  Im nächsten Beitrag und in den darauf folgenden erfährst du mehr zum Thema "Pferdeverhalten", nämlich 

"Pferde, Freiheit und Balance"

"Klarheit in der Kommunikation"

"Der Weg zum Pferd: Kontaktaufnahme, Führung --> Team!"