Klarheit in der Kommunikation - Teil 3

Pferde kommunizieren untereinander immer eindeutig und klar. Die Bedeutung unseres Wortes "vielleicht" kennen sie nicht. Wir Menschen werden meist so erzogen, möglichst höflich zu sein. Diese falsch verstandene Höflichkeit bringt uns dann oft dazu, Dinge nicht auszusprechen bzw. nicht das zu sagen was wir denken oder wollen. Überlege selber einmal, hältst du dich im Job oder im Freundeskreis oder sogar in der Partnerschaft oft lange zurück - bis das "Fass überläuft"?  Dann reagierst du erst. Und natürlich umso heftiger. Warum?

Pferde verstehen diese Art der Kommunikation nicht. Durch eine solche Kommunikation verunsicherst du dein Pferd ungemein. Du bist nicht klar. Übrigens ist diese Art der Kommunikation auch für den Job, den Freundeskreis und schon gar nicht für deine Partnerschaft förderlich - ganz im Gegenteil.

 

"So hab ich das doch nicht gemeint...." diesen Satz kennt jeder von uns oder? 

Doch Pferde wollen Klarheit!

Klarheit zeigt sich nicht in äußeren Gesten sondern in dem festen Willen etwas durchsetzen oder erreichen zu wollen und in meiner eigenen Sicherheit, das auch zu können. Ich bin der festen Ansicht, dass im Umgang mit Pferden, also im Horsemanship, eine starke Persönlichkeit wichtig ist. Ich als Mensch muss wissen, was ich möchte. Zögere ich oder bin ich unentschlossen, spürt das mein Pferd. Hinterfragt euch einmal selbst: Was strahlt ihr aus, wenn ihr zögerlich seid oder euch nicht so ganz für etwas entscheiden könnt? 

Wenn du dir nicht sicher bist, so suche dir Hilfe, lerne dazu und dann handle - sicher und bewusst. 

Dein Pferd vertraut dir nur dann, wenn DU dir absolut über dich selbst im Klaren bist. 

 

Klarheit entsteht im Inneren, durch einen Gedanken und durch deine feste Absicht, diesen Gedanken auch wirklich umzusetzen. 

 

Erst dann zeigt sich Klarheit im Äußeren, in der Mimik, Gestik und deiner Handlung. 

 

Oft stelle ich fest, die Menschen sind sich nicht darüber im Klaren, was sie im Umgang mit ihrem Pferd eigentlich möchten. 

Kleines Beispiel: Viele Reiter/Pferdemenschen stört es nicht sonderlich, wenn ihr Pferd (auf der Suche nach Leckerlis) direkt auf sie zu kommt und mit der Nase anstupst. Ohne zu fragen, darf das Pferd in deren persönlichen Bereich eindringen. Wird aus so einem kleinen Stupser aber ein heftiger Stoß, weil das Pferd vielleicht den Kopf hochreißt vor Schreck , wird es vom Menschen geschimpft. 

Diese Situation wird von Pferd und Mensch unterschiedlich bewertet. Für das Pferd liegt hier keine Klarheit und es kann das Schimpfen und Maßregeln des Menschen weder nachvollziehen noch verstehen. 

 

Wie wir uns nun dem Pferd nähern und schließlich zum Team werden lest ihr im 4. und letzten Teil meiner Blog-Serie zum Thema Pferdeverhalten "Der Weg zum Pferd: Kontaktaufnahme, Führung --> Team!" in den nächsten Tagen.