Endlich angstfrei reiten! Dein Online-Intensiv-Kurs

Angst ist der Verlust von Vertrauen. 

Doch Vertrauen ist der Kern von Allem.

Susanne Grun

Pferdetraining = Persönlichkeitsentwicklung

Pferdetraining = Persönlichkeitsentwicklung

ODER: Die Arbeit mit schwierigen, aggressiven oder nervösen Pferden - ... und allen anderen.

Meine 7 Tipps zum "Immerwiederlesenundverinnerlichen":

Tipp #1: Sei immer ECHT und spiele dem Pferd nichts vor. Denn nur so hast du seine Anerkennung als Führungspersönlichkeit. Wenn z.B. heute traurig bist, sei traurig und putze dein Pferd nur oder verbringe einfach Zeit mit ihm.

Tipp #2: Sei immer im HIER & JETZT. Denke nicht, was gestern war oder morgen sein wird. Wenn dir das schwer fällt, mache Yoga, Entspannungsübungen oder Visualisierungsübungen.

Tipp #3: Lerne, zwischen deinen Emotionen zu switchen! Das geht wiederum nur, wenn deine Emotion ECHT ist - und wenn du im HIER & JETZT bist.

Tipp #4: Du musst immer wissen, was du tust. Unsicherheit kommt bei deinem Pferd immer als Schwäche an und es wird versuchen, die Führung zu übernehmen. Denn: Einer muss ja führen. Mache also nur das, was du kannst mit deinem Pferd und lerne (z.B. mit einem guten Schulpferd) dazu.

Tipp #5: Beginne jedes Training ohne Erwartungen. Schaue, was heute geht. Du kennst den Alltag deines Pferdes nicht. Es ist womöglich heute später auf die Koppel gekommen, das Futter kam später als sonst oder der Weidekumpel ist heute nicht da. Sei niemals nachtragend!

Tipp #6: Sei emotional! Das ist ECHTES Feedback. Freue dich aus tiefstem Herzen und tadle auch verbal aus tiefstem Herzen, wenn du dich gerade ärgerst, weil dich dein Pferd z.B. beißen wollte. Auch hier musst du lernen, zu switchen und deine Emotion immer kontrollieren zu können. Und auch hier gilt: Sei niemals nachtragend!

Tipp #7: Sei dir immer bewusst, was deine Rolle ist. Du verkörperst als Mensch die Führungspersönlichkeit. Du triffst die Entscheidungen, weil du weißt, wo es sicher ist, was richtig (erwünscht) und falsch (unerwünscht) ist.

Wenn du jetzt denkst: Da hängt ja das Eine vom Anderen ab und alles hängt irgendwie zusammen: Richtig!

Pferdetraining ist: Arbeit an sich selbst.

Erziehung: Wie lernen Pferde?

All jenes Verhalten, das bei unseren Pferden zu beobachten ist, wird nur durch deren Wunsch motiviert, den eigenen Zustand zu optimieren.  Nur auf dieser Grundlage (Bedarfsdeckung und Schadensvermeidung sind dem Pferd angeboren) funktionieren Erziehungselemente wie "Belohnung" oder "Tadel". Pferde tun bestimmte Dinge nicht auf Kommando, weil sie uns so sehr lieben oder weil sie uns als "Chef" anerkennen. Sie reagieren auf unsere Signale, weil sie gelernt haben, dass es sich für sie ganz individuell lohnt, darauf zu reagieren. 

 

Der gängige Begriff "Erziehung" wird normalerweise auf den Vorgang angewandt, wo ein Lebewesen lernt, sich in eine bestimmte Gesellschaft und deren Spielregeln einzugliedern. Ich als als Verhaltenstherapeutin und Ausbilderin sage aber, es reicht nicht, meinem Pferd zu sagen: " Es ist gut. Es besteht keine Gefahr." Mein Pferd wird erst dann bereit sein, auf ein Verhalten zu verzichten, was ihm über Millionen von Jahren nützlich war, wenn es selbst wirklich davon überzeugt ist, dass keine Gefahr droht. Ich möchte, dass mein Pferd lernt, mir zu vertrauen und mein Kommando, mein Signal, für Entwarnung zu verstehen und zu verknüpfen. Ich muss also eine Form der Kommunikation wählen, die das Pferd versteht. Du weißt bestimmt, dass du als Reiter oder Pferdehalter dann am intensivsten mit deinem Pferd kommunizierst, wenn du mit ihm trainierst oder arbeitest. Jedoch auch wenn du nur da bist und das Pferd dich wahrnehmen kann, kommunizierst du (häufig auch unbewusst) mit deinem Pferd. Ein Pferd achtet immer auf das Ausdrucksverhalten in Form von Körpersprache und Mimik. Eine Kommunikation über Geräusche ist absolut zweitrangig. 

 

Als Ausbilderin und Pferdetrainerin sehe ich oft unerzogene Pferde.

Deshalb appelliere ich so oft es geht: Eine sorgfältige Erziehung sowie ein liebevolles,ruhiges, und geduldiges, klares Training sind absolut unerlässlich. Ein unerzogenes Pferd ist nicht nur eine Nachlässigkeit, sondern kann ganz klar lebensgefährlich sein! Mit Erziehung meine ich jedoch nicht das stupide Abrichten sondern ich möchte die individuellen Talente des Pferdes so fördern, dass es Verständnis für seine Tätigkeit entwickelt. Für mich bedeutet, ein Pferd zu erziehen oder auszubilden bzw. trainieren zu dürfen, es das lernen zu lassen, was ich für relevant (bezogen auf Sicherheit, Gesunderhaltung, Gymnastizierung) halte. Es bedeutet, dem Pferd bestimmte, ganz konkrete Handlungs-/Verhaltensweisen auf konkrete Signale hin beizubringen. Solch ein Signal kann ein Stimmsignal wie "Hoooohhh!" sein, das dazugehörige Handlungsverhalten wäre, das Pferd bleibt stehen. Es kann aber auch ein taktiles Signal (Berührung) sein, wie z.B. eine Schenkelhilfe oder Gewichtsverlagerung und die dazugehörige Handlung wäre, die Gangart oder die Bewegungsrichtung zu wechseln.  Kommunikation funktioniert in meinen Augen wirklich nur dann, wenn beide Kommunikationspartner ein bestimmtes Signal mit exakt dem gleichen Informationsgehalt verknüpfen. Pferd und Mensch müssen wissen, was damit gemeint ist. Da ich als Ausbilderin die Signale vorgebe, ist es meine Aufgabe, dem Pferd deren Bedeutung zuerst beizubringen. 

 

"Lernen dient immer der Optimierung des eigenen Zustandes." Diesen Satz kennt jeder, der sich schon etwas mit Pferdelernverhalten beschäftigt hat. Pferde (und auch andere Tiere) müssen lernfähig sein, um z.B. ein erneutes Zusammentreffen mit dem Feind zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort des Reviers für die Zukunft vermeiden zu können. Oder sie müssen auch lernen, wo es das beste Gras gibt. 

Pferde lernen hauptsächlich über Assoziationen (Verknüpfung von Einzelereignissen) aber es kommt auch zu Habitationen (Gewöhnungsprozessen). Hier handelt es sich dann um ein Verlernen einer bestimmten Verhaltensreaktion aufgrund eines bestimmten Reizes. 

 

Damit das Gehirn unseres Pferdes nun lernen kann, braucht es natürlich die Kommunikation, einen Nachrichtenaustausch, bei dem eine Verständigung stattfindet. Kommunikation findet immer statt, denn wir nehmen in jeder Sekunde permanent Signale aus der Umwelt auf. Jeder Reiter z.B. kommuniziert beim Training bewusst und intensiv mit seinem Pferd. Häufig aber auch völlig unbewusst. 

Training bedeutet für mich immer eine Form von intensivem Sozialkontakt. Wenn wir als Pferdemenschen den Stellenwert des Ausdrucksverhaltens des Pferdes nicht beachten, können sich Fehler in der Kommunikation einschleichen und dann folgen natürlich irgendwann Probleme im Training oder überhaupt im Miteinander. 

 

Wie lernen also Pferde? Lernen kann nur parallel zu einer intensiven Kommunikation stattfinden. Denn ohne eine Form des Nachrichtenaustauschs wird es nicht funktionieren. Es werden Informationen über die Umwelt und Zusammenhänge zwischen bestimmten Dingen vom Pferd gelernt. Pferde lernen ständig - immer. Sie passen sich täglich Situationen und ihrer Umgebung neu an. Sie reagieren sowohl auf das, was wir Menschen tun, als auch auf das, was wir nicht tun. Wenn unsere Pferde lernen, denken sie nicht nach, sie reagieren. Sie sind regelrechte Naturtalente, wenn es darum geht, Reize mit Reaktionen zu verknüpfen. Das Pferd lernt also immer - ob es uns Menschen nun bewusst ist, was wir ihm gerade beibringen oder nicht. 

 

Pferde haben ein Assoziationsvermögen, können also sehr gut Aktion und Reaktion sowie Reiz und Antwort verknüpfen.

 

Das Assoziationsvermögen ist mein Schlüssel zur Ausbildung von Pferden, denn Pferde möchten Korrekturen vermeiden und Lob und Belohnung empfangen. Pferde sind eben wahre Harmoniewesen. 


Pferde sind immer der Spiegel deiner Seele.